Das ncrm Wahlfrühstück

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2017 fand am 08. September 2017 unser ncrm Wahlfrühstück statt: Fünf Wiesbadener Direktkandidaten der Parteien mit realistischen Einzugschancen in den 19. Bundestag, das sind die AfD, CDU, FDP, die Grünen, die Linke und SPD, hielten Präsentationen zu ihrer Vision Deutschlands im Jahr 2022.

Knapp 50 Interessierte besuchten das ncrm WahlfrühstückUnser monatliches Frühstücksformat wollten wir nutzen, um einen Beitrag zur Entscheidungshilfe für die bevorstehende Bundestagswahl am 24. September 2017 zu leisten. Daher luden wir die sechs Direktkandidaten der oben genannten Parteien ein. Aus persönlichen Gründen konnte Herr Michael Goebel (AfD) kurzfristig nicht am Wahlfrühstück teilnehmen.
Die anderen Teilnehmer, Adrian Gabriel (Die Linke), Ingmar Jung (CDU), Felix Möller (Die Grünen), Simon Rottloff (SPD) und Lucas Schwalbach (FDP), haben sich bei leckeren Brötchen, Kaffee und Obst in der Gastronomie „Das Wohnzimmer“ die Zeit genommen, uns ihre Visionen für Deutschland 2022 vorzustellen.Die fünf Direktkandidaten

Um Chancengleichheit zu gewährleisten und der Veranstaltung eine originelle Note zu verleihen, orientierten sich die Präsentationen am „Pecha Kucha“ – Format: Alle Direktkandidaten stellten je 20 Charts à 20 Sekunden vor. Auf diese Weise wurde eine faire Basis geschaffen und die teilnehmenden Politiker standen vor der Herausforderung, die wichtigsten Punkte ihres Wahlprogramms herauszufiltern, in eine Vision zu verwandeln und präzise innerhalb von knapp sieben Minuten zu präsentieren. Hier die zentralen Ansichten in der ausgelosten Reihenfolge des Auftritts:

Ein Einblick in die Präsentation von Lucas Schwalbach, FDPLucas Schwalbach – FDP
Der Direktkandidat der FDP stellte in seiner Präsentation zunächst die aktuellen Umstände dar, um darauf seine Visionen aufzubauen: Er sieht die Bildung als einen ausbaufähigen Bereich Deutschlands: Er fordert eine Erhöhung der Bildungsausgaben und den Ausbau der Digitalisierung an Schulen. Auch schnelles Internet für alle möchte er mithilfe von Glasfaserverbindungen für alle Bürger zugänglich machen. In Bezug auf Rente und die ältere Generation sieht er das Problem, dass immer weniger Zahler der jüngeren Generationen auf mehr Rentenbezieher treffen. Er wünscht sich einen flexiblen Eintritt in die Rente anstatt einer festgelegten Altersgrenze. Um die Wirtschaft anzukurbeln, fordert er als ersten Schritt die Einführung des Schulfaches „Wirtschaft“. Herr Schwalbach möchte mehr in Unternehmensgründer investieren – in Form eines „Gründer-BAföGs“ sowie durch Einführung eines bürokratiefreien Jahres, welches die Gründung erleichtern soll. Die Devise der FDP lautet nicht länger zuzuschauen, sondern tatkräftig zu werden.

Adrian Gabriel – Die Linke
Herr Gabriel gestaltete seine Präsentation mit Wahlplakaten seiner Partei: Diese fassten Inhalte des Wahlprogramms kurz und knapp zusammen. Der Direktkandidat Ein Einblick in die Präsentation von Adrian Gabriel, Die Linke.der Linken wünscht sich im Jahr 2022 ein soziales Deutschland, in dem Waffenproduktion und –export schrittweise eingestellt und das Geld, das bisher in diesen Sektor floss, für Schulen, Sozialwohnungen, Pflegeberufe und Friedenssicherungsprogramme ausgegeben wird. Unter Angabe klarer Zahlen fordert Adrian Gabriel ebenfalls, dass höhere Einkommen stärker besteuert werden, um niedrige Einkommensbezieher zu entlasten und Kitas und Schulen finanziell zu unterstützen. Aber nicht nur die jüngere Generation soll unterstützt und verstärkt werden: Auch die ältere Generation findet ihren Platz in der Vision und soll durch ein stabiles Rentenniveau und einem konstant bleibenden Renteneintrittalter unterstützt werden. Beim Thema Internet wünscht sich Herr Gabriel, dass sich Deutschland an skandinavischen Ländern sowie Irland orientiert und schnelle Verbindungen für alle zur Verfügung stellt, auch unterwegs und in Schulen.

Ein Einblick in die Präsentation von Ingmar Jung, CDUIngmar Jung – CDU
In seinem Vortrag zeigte Herr Jung viele Bilder, auch private, die seine mündlichen Aussagen unterstützten: Ganz der Meinung von Herrn Gabriel ist er, was die Förderung nicht nur der jüngeren, sondern auch der älteren Generation angeht: Auch er plädiert für stabile Renten und ein gesetztes Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Für die Kinder Deutschlands sieht er ein einheitliches Recht auf Betreuung im Grundschulalter vor – zu Gunsten der Eltern, die Arbeit und Familie somit besser vereinen können. Ein weiteres Thema der Vision Jungs ist die innere Sicherheit: 15.000 neue Stellen im Polizeidienst sollen für mehr Sicherheit in Deutschland sorgen, unterstützt durch ein System verbesserter Videoüberwachung an öffentlichen Orten. Digitalisierung soll auch im Bildungssektor stattfinden: Jung fordert eine bessere technische Ausstattung und ausgebildetes Personal an Schulen, um das Lernen mithilfe von technischen Hilfsmitteln für jeden zu ermöglichen. Auch der Klimaschutz ist Teil seines Deutschlands 2022. Ähnlich dem Sinne der FDP ist das übergeordnete Ziel der CDU: Einfach machen, und nicht immer nur über Ideen und Pläne sprechen.

Simon Rottloff – SPD Ein Einblick in die Präsentation von Simon Rottloff, SPD
Herr Rottloff präsentierte seine Vision in Form von Statements, die auf den Charts erschienen: Im Fokus steht Bildung. Jeder Bürger soll die Chance haben gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Universität zu genießen. Die Ausstattung von Schulen soll verbessert werden, sowohl im Hinblick auf Renovierung, als auch Digitalisierung: Wie auch Ingmar Jung fordert Simon Rottloff mehr technische Hilfsmittel und adäquat ausgebildete Lehrkräfte. Allgemein wünscht sich der Direktkandidat der SPD schnelles Internet für alle, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Interessant für Unternehmer ist Rottloffs Forderung nach mehr Unterstützung des Gründergeistes durch mehr private und öffentliche Investitionen. In Bezug auf Gesundheit und Rente möchte auch die SPD das Renteneintrittsalter nicht weiter erhöhen. Paritätische Bürgerversicherungen und damit eine Aufteilung der Beiträge zur Krankenkasse gleichermaßen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer anstelle von einseitigen Zusatzbeiträgen der Versicherten sollen die Gesundheitsvorsorge für alle Bürger zugänglich machen. Ebenso wie die CDU und auch die Linke möchte Simon Rottloff die innere Sicherheit mithilfe von 15.000 neuen Stellen bei der Polizei verstärken und im Hinblick auf äußere Sicherheit eine Abrüstungsinitiative starten.

Ein Einblick in die Präsentation von Felix Möller, Die GrünenFelix Möller – Bündnis 90/Die Grünen
Eine grüne Vision Deutschlands präsentierte Felix Möller, dargestellt durch Bilder sowie Stichpunkte zum Inhalt des Vortrags: Seine Zukunftsvision stellt den Klimaschutz und die Energiewende in den Mittelpunkt. Ein bundesweites Klimaschutzgesetz soll umweltschädliche Subventionen streichen und die Natur schützen. Um eine Energiewende voranzutreiben, soll Energieerzeugung in die Planung von Städten integriert werden und bis 2030 ein Ausstieg aus der Kohleindustrie erfolgen. Die Elektromobilität und die Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln sollen ebenfalls ausgebaut werden. Auch Soziales findet sich in Möllers Vision Deutschlands wieder: Er plädiert, wie seine Vorredner, für die Entlastung der mittleren und unteren Einkommensschichten, für Förderung und Unterstützung von Familien und für eine solidarische Bürgerversicherung für alle. Diskriminierung und Stigmatisierung möchte der Direktkandidat beseitigen und sieht ein tolerantes, offenes Deutschland im Jahr 2022. Wie auch Adrian Gabriel erhofft sich Felix Möller eine aktive Friedenspolitik. Er fordert eine Zusammenarbeit innerhalb Europas und möchte die Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Deutschland verbessern.

Im Anschluss an die kurzen Vorträge der fünf Direktkandidaten wurden aus der Fragerunde im AnschlussFrühstücksrunde einige Fragen zu genauen Konzepten und Vorstellungen gestellt. Auf diese Weise konnten die Politiker ihre Visionen in Abgrenzung zu den anderen anwesenden Parteien nachschärfen. In diesem Rahmen wurde die Digitalisierung von Schulen und wie sich die Politiker diesen Prozess vorstellen genauer erläutert. Auch konkrete Rentenkonzepte sowie die Flüchtlingspolitik und innere Sicherheit wurden diskutiert. Letztere beiden Punkte regten Diskussionen auch unter den Teilnehmern an der Tafel an: Die Politiker verdeutlichten, dass Flüchtlinge und innere Sicherheit häufig fälschlicherweise über einen Kamm geschert werden. Sie wurden daraufhin vom Publikum gebeten, ihre konkreten Vorstellungen zum Thema Umgang mit Flüchtlingen zu erklären.

Die fünf Direktkandidaten und zwei Mitglieder des ncrmAlles in allem war unser Wahlfrühstück ein gelungenes und informatives Event. Die Direktkandidaten hatten die Chance, sich als Personen mit ihren Wünschen und Vorstellungen zu präsentieren. Ein vertrauter Umgang zwischen den Kandidaten, die schon einige Veranstaltungen gemeinsam besucht haben, sorgte für eine lockere Stimmung. Wir als ncrm hoffen auch weiterhin Anstöße zu den Themen Beratung, Wirtschaft und Unternehmen geben.

 

 

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